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Veröffentlicht am 21.06.2016 von Johannes R. Buch

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Tocotronic

Tocotronic sind die Musterknaben der „Hamburger Schule“. Als sich die Band 1993 zusammenfand konnte noch niemand ahnen, dass sie zu einem Pop-Phänomen fast britischen Ausmaßes wachsen würden.

Ende 1993 gründen Jan Müller (Bass), Arne Zank (Drums) und der aus Freiburg stammende zugezogene Hamburger Dirk von Lowtzow (Gitarre und Gesang) die Band Tocotronic, benannt nach einem Vorläufer des Gameboys. Die Hamburger Szene feierte die ersten Konzerte Tocotronics wie eine Offenbarung: Die schrägen Frisuren, die Trainingsjacken, die Cordhosen und ihre Höflichkeit werden gewürdigt, bewundert und finden viele Nachahmer. Megatronic heißt der erste Fanclub der Band, welcher noch vor der ersten Plattenveröffentlichung gegründet wird. Ihr Erstlingswerk „Ich Möchte Teil Einer Jugendbewegung Sein“ findet sich schon bald auf Häuserwänden und auch in einem Blumfeld-Song wieder. Über das Label L’Age D’Or wird die Single vertrieben und eifrig T-Shirts verkauft.

„Digital ist Besser“

„Digital ist Besser“ nennt sich das Debütalbum, welches Anfang 1995 einen Meilenstein der Indie-Musikgeschichte markiert. Auf dem Album mischen sich Post Grunge-Ambitionen, mit punkigen Slogans und melancholischen Liedern, die vom Alltag handeln. Auch die Presse ist begeistert und sieht in Tocotronic eine neue Generation junger, wütender Menschen. Kurz darauf folgt ein weiteres Album. 1996 folgt „Wir Kommen Um Uns Zu Beschweren“ und Tocotronic sehen sich erstmals in den deutschen Charts wieder. Die Platte ist melancholisch gestimmt.

Es folgen Konzerte durch immer größer werdende Hallen. Tocotronic sollen sogar den Comet bekommen, lehnen diesen aber dankend ab. „Es Ist Egal, Aber“ ist das nächste Album der Band und wird in Frankreich aufgenommen. Die Musik ist differenzierter als bei den Vorgängern und sogar Streicher werden verwendet. Danach eine verhältnismäßig lange Pause bis zum Album „K.O.O.K.“. Davor tourten die Jungs sogar durch die Staaten. Mit der Zeit wird der Look der Band erwachsener und auch ihr fünftes Album gewinnt an eigenen musikalischen Konzepten.

„Tocotronic“

Die Band gewinnt mit dem Album „Tocotronic“ zunehmend an Ernsthaftigkeit, was nicht jedem Fan gefällt. Viele Liebhaber der alten melancholischen Schnulzen wenden sich nun endgültig von der Band ab. Gespielt wird Pop statt Rock. Der US-Amerikaner Rick McPhail wird das vierte Bandmitglied bei Tocotronic. Seit 2000 begleitete er die Band schon bei Auftritten an der Gitarre und am Synthesizer. Sein Einfluss ist auf dem siebten Studioalbum der Band auch unverkennbar zu hören. 2005 erscheint das nächste Album „Pure Vernunft Darf Niemals Siegen“ und die Poesie, sowie das lyrische „Ich“ kehren zurück in die Textzeilen.

Danach erscheint ein Best-Of-Album inklusive einer Aufnahme der ersten Bandprobe von 1993 und Livemitschnitten. Mit dem Album „Schall Und Wahn“ gelingt der Band nach 17-jährigem Bestehen der Nummer-Eins-Erfolg. Es folgten bis heute zwei weitere Alben. Die „Tocos“ sind sich immer treu geblieben und haben sich doch ständig weiterentwickelt. „Niemand kann von uns verlangen, dass wir auf Knopfdruck immer die gleichen Protestsongs aus dem Ärmel schütteln“, so Lowtzow einmal in einem interview.

photocredit: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tocotronic_on_Berlin05_1.JPG

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