Interviews

Veröffentlicht am 18.11.2015 von nemesis

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The Coalminer’s Beat – ein Gespräch zum letzten Album der Band

Was bitte ist Alternative Pop?

Mit Land Of Green hatte die deutsche Formation richtig gutes Airplay erhalten, und vielen wird die Band auch von diesem Song her noch ein Begriff sein. Doch alles hat seine Schattenseite: So erlangten The Coalminers Beat mit diesem Track zwar einen größeren Bekanntheitsgrad, doch war die Stilrichtung der Band sehr schnell definiert: Irish Folk Rock. Sicher, die Formation ließ ihre Finger nicht unbedingt von dementsprechenden Instrumenten, doch wer sich mit dem weiteren Material schon einmal eingehender beschäftigt hatte, wurde sehr schnell gewahr, dass es sich hier definitiv nicht um die genannte Stilrichtung handelt.

Auch der Band selbst ging diese Kategorisierung ziemlich auf den Senkel und so wurde der Begriff „Alternative Pop“ geboren.

Was man sich darunter nun wieder vorstellen kann, wusste Gitarrist und Sänger Stefan eigentlich auch nicht so genau.

„Wir dachten uns einfach, dass man mit dieser Bezeichnung unserer Musik am nächsten kommt. Für Pop ist unsere Musik zu hart, für Rock stellenweise zu soft und so kamen wir zu dem Schluss, dass man mit Alternative Pop eigentlich genau das erreichen könnte, was gewünscht ist.“

„Denn mit diesem Begriff verbindet eigentlich niemand etwas genaues und man kann uns dann auch keinen Vorwurf machen, wir würden unserem gewählten Stilbereich in irgendeiner Weise nicht gerecht. Mit der Bezeichnung ‚Alternative‘ tendieren wir jedenfalls mehr in die Rockrichtung.“

Bitte mal die ganze Palette

Es war damals schon ein wenig krank, als uns Gott und die Welt in diese Irish Folk Rock-Ecke steckten, denn selbst auf dem Album, auf dem sich „Land Of Green“, das nun mal von Irland handelt, befindet, war unser sonstiges Material nicht in diese Richtung gelagert. Da ist mir bei einigen der Interviews schon manchmal ein wenig die Galle hochgestiegen, denn manch einer der Journalisten hätte sich vielleicht mal die ganze Scheibe anhören sollen.“ Doch nicht nur mit der angegebenen Stilrichtung fallen The Coalminer´s Beat ein wenig aus dem Rahmen, auch der Wechselgesang von Stefan und Susanne gab der ganzen Sache einen eher außergewöhnlichen Touch.

„Bei uns schien sich alles im 3-Platten-Rhythmus zu entwickeln“, schmunzelte der Sonderpädagogik-Student. „Nach unserer dritten Scheibe haben wir uns von unserem damaligen Sänger getrennt und dass sich Susanne und ich den Gesang teilten, hat sich auch so im Laufe der Zeit ergeben. Nun, nach weiteren drei Alben, sah es einfach so aus, dass wir uns herzlich wenig darum kümmerten, ob wir unseren Stil seit Beginn der Band verändert hatten oder ob sich irgendein Medium, eine Plattenfirma oder dergleichen aufregte, weil wir nicht mehr so klingen, wie auf einer der vorhergehenden Scheiben.

An erster Stelle stehen die Fans

Uns ging es erstens um die Fans, und die sind uns im Laufe der Jahre immer treu geblieben, auch wenn sich der Stil der Band ein wenig vom härteren Sound wegbewegt hatte. Die Leute merken eben, ob da noch dieselbe Band am Machen ist und ob die Musik ehrlich rüber kommt.“

Thema Plattenfirmen: Erst waren The Coalminer´s Beat bei Sony unter Vertrag, dann bei Semaphore, die inzwischen mal pleite gemacht haben und nun wieder einen Neuanfang am Laufen haben, und derzeit vertreibt die Band ihre Sachen selbst, während Chris Boltendahls Firma Flying Dolphin sich um vernünftige Promo kümmerte.

„Bei den großen Firmen ist es einfach nicht so leicht. Es dauert viel länger, bei einem Major-Label wirklich als Musiker selbst mal Geld zu verdienen, da eben mehr Leute mit abkassieren.“

Außerdem ist es ewig die Sache, dass man einfach schon froh sein muss, wenn ein zuständiger Typ auch mal Zeit für die Band hat, um etwas zu besprechen. Wenn du nicht gleich mit der ersten Scheibe einen Riesen-Run hast, bleibst du unter ferner liefen.

Wenig effektiv, das ganze. Ich fand die Situation zuletzt definitiv besser für uns, da wir auch in Ruhe arbeiten konnten ohne die Anforderungen irgendwelcher Partner erfüllen zu müssen und uns so ganz auf die Musik konzentrieren konnten. Unsere Zufriedenheit kann man auch daran fest machen, dass unsere Scheibe Daily Dose Of… im Gegensatz zu unseren früheren Scheiben immer öfter den Weg in meinen eigenen CD-Player findet. Das war echt das erste Mal, dass ich eine unserer Scheiben immer besser fand.“

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