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Veröffentlicht am 15.01.2016 von nemesis

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Indisciplined Lucy

Schwarze Augen contra Geld

Manchmal kann es schon verwunderlich sein, welche Alben doch noch den Weg ans Tageslicht schaffen. Und nach welchem Zeitraum. About The Black Eyed Girl wurde immerhin bereits sechs Jahren vor Veröffentlichung geschrieben. Mittlerweile widmete sich die Band anderen musikalischen Gefilden als dem Prog-Rock und pendelt zwischen elektronischen Klängen, Jazz und Dance-Music, nicht ganz Fisch oder Fleisch. Doch sollten auch Neo-Prog-Tage wieder zur Geltung kommen.

Der Thriller im Sound

Als About The Black Eyed Girl endlich herauskam, stand allerdings so ziemlich alles an den Sternen. Also lassen wir das jetzt mal so dahin gestellt. Laut einigen Infos sollte die, dieser Platte zugrunde liegende, Story ein Wirrwarr aus Macht, Geld, Sex und Gewalt sein. Ob das den Nagel aus der Sicht von Sänger/Klampfer Pelle Lindroth so auf den Kopf traf?

„Die Story beinhaltet zwei Hauptcharaktere: Auf der einen Seite Lucy, die Titelfigur, die sich aus all den oberflächlichen Werten nichts macht und den Menschen die Augen für Dinge wie Liebe, Vertrauen und den Umgang untereinander öffnen will. Auf der anderen Seite steht der Clown, der genau das Gegenteil von Lucy verkörpert.“ Neben anspruchsvoller und stellenweise auch anstrengender Musik also auch eine Thematik, über die sich jeder den Kopf zerbrechen kann und in letzter Instanz doch bei sich selbst hängenbleibt.

Falsche Götter

„Wenn man sich die Gesellschaft so anschaut, haben doch Dinge wie Glaube, Respekt oder positive Gefühle kaum einen Stellenwert mehr. Was zählt ist Macht, Einfluss und der Schein nach außen. Ich finde es wichtig, auch mal gegen den Strom zu schwimmen, wenn man von seinen Ansichten, Einstellungen und Idealen überzeugt ist. Das ist im Endeffekt die Botschaft dieser Platte, die zuerst nicht einmal als Konzeptalbum geplant war. Nachdem die Texte dann fertig waren, haben wir den Namen Lucy auch bei unserer Bandbezeichnung mit eingebaut. Der Bandname war also in diesem Fall erst der zweite Schritt.“

Theater in der Dose

eschäftigt man sich mit About The Black Eyed Girl eingehender, sowohl inhaltlich als auch soundtechnisch, entsteht ein wenig der Eindruck, man hätte hier ein auf Plastik gebanntes Theaterstück vor sich. „Das ist ja witzig“, schmunzelt Pelle. „Wir haben das Material einige Male in Theatern live gespielt und es war toll, in einer derartigen Atmosphäre an das Publikum heranzukommen. Wir waren echt eine tolle Live-Band, aber das interessierte jetzt wohl Jahre später kaum.“

Vielleicht interessierte diese Scheibe, nachdem endlich alles mit Labels und Mitmusikern funktioniert hatte und sie sich in den Läden breit machte, aber schlussendlich einige Leute mehr als angenommen. Schon allein wegen des Inhaltes der Platte war dies eine Hoffnung des Sängers: „Ich wünsche mir, dass dieser Output so viele Leute erreicht wie möglich. Und vielleicht bleibt bei manchen auch ein bisschen was hängen. Egal, was man findet, dass die Welt schöner oder besser machen könnte: Man sollte es in seinem Herzen behalten und sich keinen Einflüssen von außen unterwerfen.“ Schönes Schlußwort.


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