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Veröffentlicht am 30.11.2016 von Stefanie Loske

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Aber das Leben lebt

Aber das Leben lebt, klingt nach einem Bruchstück abstrakter Poesie. Und das hat auch seinen Grund, denn vier Musiker aus Wien nähern sich dieser Worte auf musikalische Weise an. Man könnte es Spoken Poetry mit musikalischer Untermalung nennen. Für die junge Generation vielleicht nicht immer das Richtige, für die älter jedoch umso mehr. Nicht umsonst wurden sie einst zu „Wiens bester Erwachsenenpopband“ ausgezeichnet.

Letztes Album etwas offenherziger

2014 erschien ihr bislang letztes Album „Figures“. Zuvor zeigten sie bereits 2011 mit dem siebten Album „New Musketeers“, das sie mit auferlegter Heiterkeit wenig anzufangen wissen. Ist man auf der Suche nach konventionellem Alternativ Pop, wird man ihn bei Aber das Leben lebt nicht finden. Zwar zeigte sich „New Musketeers“ etwas offenherziger als seine Vorgänger, doch das mag daran liegen, dass die Truppe zu der Zeit gerade von Ralph Walkobinger komplettiert wurde. Er kommt aus einer total anderen Musikecke mit rockigerem Sound, doch seinen Platz innerhalb der Band hat er trotzdem gefunden.

Man hört jedoch auch weiterhin heraus, dass die Band tief mit dem Americano und Blues verbunden ist und gerade Musiker wie Bob Dylan oder John Cale starken Einfluss auf sie genommen hat. Die neue Schlagzeug Verzierung durch Walkobinger bringt lediglich eine noch nicht da gewesene Dynamik in den Sound, der auf dem Album „Hospital Years“ (2009) noch nicht zu hören war.

Noch ein Grund warum das letzte Album um einiges wärmer klingt als seine Vorgänger ist, dass die Jungs dieses Mal auf das Home Recording verzichteten und stattdessen ins Studio gingen, wo sie sich zusätzlich von Geige und Akkordeon begleiten ließen.

Musik für die, die Ernsthaftigkeit zu schätzen wissen

Ende 2011 ging es für die Band auf eine ausgedehnte Konzerttour, die sie im Februar des darauffolgenden Jahres fortführten. Die Jahreszeit, in der die Abende früh duster werden und sich alles von einer tristeren Seite zeigt, scheint für die Lieder der Band die beste Saison zu sein.

Bei allem, was man über die Band weiß, ist es auch nicht verwunderlich, dass sie ihre Wurzeln nicht in einer pulsierenden Metropole hat, sondern auf dem Land. Doch arbeiten und musizieren tut die Band trotzdem in Wien, während sie der Hektik der Großstadt dabei gekonnt den Rücken kehrt.

Aber das Leben lebt zeigen, dass der Indiepop enorm Facettenreich sein kann. Auch mal für jüngeres Publikum, öfter für die älteren Semester, die Ernsthaftigkeit zu schätzen wissen und diese musikalisch unterbreitet bekommen wollen. Bei der Band gibt es also keine Songs über wilde Partyexzesse oder Liebesschmerz.

photocredit: https://www.facebook.com/153728627025/photos/pb.153728627025.-2207520000.1457856856./10152534370492026/?type=3&theater

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